SEO-Texte schreiben lernen: In 9 Schritten zum perfekten SEO-Content

seo texte
Veröffentlicht: 02.02.2020
Autor: Nicolas

SEO-Texte sind in Verbindung mit cleverem Content-Marketing der zentrale Baustein einer jeden SEO-Strategie. Denn trotz seines schlechten Rufs ist guter SEO-Content eines der mächtigsten Werkzeuge im Online-Marketing! Damit auch Du davon profitierst, erkläre ich Dir in diesem Beitrag, wie Du in 9 einfachen Schritten erstklassige SEO-Texte schreiben kannst…

Was ist ein SEO-Text?

Der Begriff „SEO-Text“ ist eine verbreitete Bezeichnung für Texte, die für Suchmaschinen wie Google optimiert werden. In der Regel besteht die Optimierung in der gezielten Abdeckung bestimmter Keywords, nach denen die Nutzer im Internet suchen. Ziel dabei ist, eine möglichst hohe Platzierung in den Suchergebnissen zu einem vorher festgelegten Keyword zu erreichen.

Ja, der 08/15 SEO-Text hat (immer noch) einen ziemlich schlechten Ruf. Teilweise ist diese Kritik allerdings auch heute noch angebracht. Man denke an riesige Textblöcke, die vor Keywords überlaufen und vor allem keinerlei Mehrwert für den Nutzer bieten! Dass bei solchen Texten viele Nutzer und Marketingverantwortliche die Augen rollen, kann auch ich verstehen. Doch das muss nicht sein…

Wer im Jahr 2020 die Herzen der Nutzer UND der Suchmaschine gewinnen möchte, kommt an professionell verfassten Inhalten einfach nicht mehr vorbei. Langfristige Erfolge sind heutzutage nur noch über qualitativ hochwertigen Content zu erreichen. Und das ist auch gut so.

Was sagt Google?

“Wenn Sie überzeugende und nützliche Inhalte erstellen, hat dies wahrscheinlich einen größeren Einfluss auf Ihre Website als alle anderen hier erörterten Faktoren.”

Quelle: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (abgerufen am 17.07.2019)

Welches Ziel verfolgt Google?

Um den Wert relevanter Inhalte erkennen zu können, ist es sehr wichtig zu verstehen, welches Ziel Google verfolgt. Es ist viel einfacher als Du vielleicht angenommen hast. Es lautet: “Glückliche Nutzer, die aufgrund guter Erfahrungen immer wieder zu Google zurückkehren werden, um im Internet zu suchen”.

Klar, hinter der Suchmaschine steht ein internationaler Konzern, der einen Gewinn erwirtschaften möchte. Doch wenn die Nutzer aus Unzufriedenheit eine andere Suchmaschine nutzen, klicken sie auch nicht mehr auf die Werbung, die für rund 3/4 der Einnahmen von Google verantwortlich sind.

Bei dem Vorhaben, den Nutzern die bestmögliche User-Experience zu bieten, ist Google jedoch auf externe Webseiten angewiesen, die für die Suchmaschine regelmäßig aktuelle und möglichst nützliche Inhalte bereitstellen. Das Prinzip SEO beruht also auf Gegenseitigkeit. Das solltest Du Dir unbedingt bewusst machen!

Als Webmaster, Marketingverantwortlicher oder Content-Creator besteht Deine Aufgabe darin, der Suchmaschine dabei zu helfen, die Probleme und Fragen der Nutzer bestmöglich zu beantworten. Du kannst Google also als eine Art Zwischenhändler ansehen, der Deine Ware (Inhalte) an die richtige Zielgruppe ausliefert.

Wie gut Dir das gelingt, liegt zu einem großen Teil in Deinen Händen. Auch wenn viele behaupten, SEO gleiche einem Glücksspiel, entspricht das in vielen Fällen nicht den Tatsachen. Trotzdem braucht es für einen großen Erfolg – wie immer im Leben – auch ein wenig Glück, keine Frage.

Dennoch gibt es wirklich sehr viele Faktoren, die Du aktiv beeinflussen kannst, um Deine Seite bzw. Deinen Text vor der Konkurrenz zu platzieren.

Bevor wir uns anschauen, wie Du SEO-Texte schreiben kannst, die sowohl von den Nutzern als auch von der Suchmaschine geliebt werden, möchte ich noch ein Thema ansprechen, das von vielen immer noch als Maßstab für gute Webtexte angesehen wird, in Wirklichkeit aber keinen Einfluss auf den Erfolg Deiner Inhalte hat.

Die Keyworddichte: Eine veraltete Metrik ohne Relevanz

Leider wird die Keyworddichte immer noch als Erfolgsindikator für SEO-Texte angesehen. Dabei sollte sie bei der Bewertung von Inhalten gar keine Rolle mehr spielen, da sie auf das letztendliche Ranking tatsächlich keinen Einfluss nimmt:

  1. Google rankt teilweise Seiten auf Platz 1, auf denen das eingegebene Keyword kein einziges Mal vorkommt.
  2. Die durchschnittliche Keyworddichte der Top 10 Seiten unterscheidet sich zu stark, als dass man eine konkrete Auswirkung feststellen könnte.

Ziel Nr. 1 sollte immer sein, einen natürlichen Text zu verfassen, der dem Nutzer gefällt, weil er nützliche Informationen bietet und sich gut lesen lässt.

Was sagt Google?

“So I would love it if people could stop obsessing about keyword density. It’s going to vary. [...] There’s not a hard and fast rule. And anybody who tells you that there is a hard and fast rule, you might be careful, because they might be selling you keyword density software [...].”

Quelle: What is the ideal keyword density of a page?, Google Webmasters, Matt Cutts (abgerufen am 15.07.2019)

Die Keyworddichte künstlich in die Höhe zu treiben oder der Konkurrenz anzupassen, kostet viel Zeit und bringt am Ende nur sehr wenig bis gar nichts. Mache Dir nicht zu viele Gedanken über mathematische Formeln und konzentriere Dich lieber darauf, die Fragen der Nutzer zu beantworten und ihre Probleme zu lösen.

Auch die Warnungen, die einige Keyword-Tools und -Plugins ausgeben, sobald eine bestimmte Keyworddichte überschritten wurde, sollte Dich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn Du gewillt bist, den Text für die Nutzer zu schreiben, wirst Du keine Schwierigkeiten bekommen. Im Gegenteil…

Wenn Du Dich mit diesem Thema trotzdem näher beschäftigen willst, findest Du weitere hilfreiche Informationen bei Sistrix.

SEO-Texte schreiben lernen: Eine einfache 9-Schritte Anleitung

Die theoretischen Grundlagen haben wir hinter uns, jetzt wird es ernst. Eine Sache vorab: Du ahnst es wahrscheinlich schon… hinter einem wirklich guten SEO-Text steckt eine Menge Arbeit. Doch wenn es etwas gibt, in das es sich lohnt zu investieren, dann sind es gelungene Inhalte, die Dir langfristig Besucher und damit auch Kunden bringen.

Mit der folgenden Anleitung kannst Du in nur 9 Schritten lernen, erstklassigen SEO-Content zu schreiben… Los geht’s!

Schritt 1: Themenauswahl & Keyword-Recherche

Zunächst muss ein passendes Keyword bzw. Thema recherchiert werden. Du solltest bei der Auswahl des Keywords nicht allzu engstirnig vorgehen. Ziel der Recherche ist es viel mehr, ein Thema zu finden, über das Du schreiben kannst, kein in Stein gemeißeltes Keyword.

Die wichtigste Frage, die Du Dir bei der Recherche stellen musst, ist die, ob Du das ausgewählte Keyword zu einem eigenständigen Thema machst und dafür eine eigenen Unterseite anlegst, oder ob Du es auf einer anderen (bereits bestehenden) Seite unterbringen kannst.

Ein Beispiel:

Bei der Recherche für diesen Text bin ich zum Beispiel auf die Keyword-Phrase “Was sind SEO Texte” gestoßen. Unabhängig vom Suchvolumen könnte man für dieses Thema durchaus einen eigenen Text schreiben. Doch das wäre eindeutig zu kurz gegriffen.

Denn wenn man sich die Suchergebnisse von “Was sind SEO Texte” und “SEO Texte” (mein Hauptkeyword) anschaut, fällt auf, dass zu einem sehr großen Teil exakt dieselben Seiten ranken. Das bedeutet für uns:

Es wäre zwar nett, für “Was sind SEO Texte” einen eigenen Text zu schreiben, klüger wäre es aber, das Keyword im Text zu meinem Hauptkeyword “SEO Texte” unterzubringen. Dadurch schlägst Du quasi zwei Fliegen mit einer Klappe! Dein Ziel muss also sein, herauszufinden, was das Hauptthema ist und dann die Unterthemen in diesem Text (sinnvoll) unterzubringen.

Das Suchvolumen spielt bei der Auswahl des Keywords nur eine untergeordnete Rolle.

Ein Beispiel:

Das Keyword “Linkbait” hat nur 90 Suchvolumen. Und dennoch solltest Du zu diesem Thema einen eigenständigen Text schreiben bzw. eine eigenständige Unterseite erstellen. Obwohl Du das Keyword auch auf der Seite zum Thema “Backlinks” unterbringen könntest, zeigen uns die Suchergebnisse, dass dieses Thema offensichtlich groß genug bzw. spezifisch genug ist, um in einem separaten Text verarbeitet zu werden:

serp keyword finden seo text

Wie Du siehst sind alle Seiten in de Top 10 klar auf das Keyword „Linkbait“ ausgerichtet. Aus diesem Grund lohnt es sich, ebenfalls einen eigenständigen Text zu schreiben und das Keyword nicht nur irgendwo unterzubringen.

Eine weitere “Falle” während der Recherche: Synonyme.

Ein Beispiel:

Hinter den Keywords “Keyword Recherche” und “Keyword Analyse” steckt 1:1 dieselbe Intention. Es macht hier also keinen Sinn, zwei getrennte Texte zu schreiben. In solchen Fällen kannst Du die Keywords einfach als Synonyme im selben Text unterbringen.

Wie komme ich an Keyword- und Content-Ideen für neue Inhalte?

Die einfachste Antwort auf diese Frage lautet: Analysiere Deine Konkurrenz. Dadurch werden Dir die Keywords quasi auf dem Silbertablett präsentiert, zu denen es sich offenbar lohnt, Inhalte zu verfassen. Einfacher geht es nicht!

Du solltest Dich allerdings nicht blind auf die Wege Deiner Konkurrenz verlassen. Denn nicht immer sind die eingeschlagenen Pfade auch für Deine Seite die richtigen. Aus diesem Grund ist es Deine Pflicht, jedes Keyword manuell zu prüfen, um weder Zeit noch Geld zu verschwenden.

Alternativ kannst Du mit Deiner Kreativität und diversen Tools neue Keywords entdecken.

Schritt 2: Welches Ziel verfolgst Du mit dem Text?

Nachdem Du ein passendes Keyword/Thema gefunden hast, solltest Du Dir im nächsten Schritt überlegen, welches Ziel Du mit dem Text überhaupt erreichen möchtest. Denn die meisten Menschen machen sich über diesen Punkt wenig bis gar keine Gedanken! Dabei entscheidet sich hier, ob der Text in Zukunft tatsächlich für neue Kunden und somit für mehr Umsatz sorgt.

Wenn Du Dir kein Ziel setzt bzw. eine Vorstellung davon hast, was Dir der Content einmal bringen wird, schreibst Du den Text quasi “ins Blaue” hinein ohne zu wissen, ob die entstehenden Kosten jemals wieder rein geholt werden…

Das Ziel kann dabei sehr individuell sein. Ein paar Beispiele:

  1. ”Ich möchte mit dem Text Besucher generieren, damit sie sich in meinen Newsletter eintragen!”
  2. ”Ich möchte mit dem Text Besucher generieren, die dann auf meine Affiliate-Links klicken sollen!”
  3. ”Ich möchte mit dem Text Besucher generieren, um sie auf meine eigenen Produkte/Leistungen aufmerksam zu machen.

Wenn Du Dir Gedanken über ein konkretes Ziel machst, bevor Du anfängst, den Text zu schreiben, bist Du Deiner Konkurrenz in der Regel bereits 2 Schritte voraus…

Schritt 3: Der heilige Gral – Die Suchintention

Nachdem Du nun hoffentlich weißt, warum Du den Text zum Thema XY schreibst, solltest Du im nächsten Schritt die Suchintention hinter dem Keyword analysieren. Sie ist im Grunde der wichtigste Faktor auf dem Weg zu einem Top-Ranking.

Wer die Intention der Nutzer nicht trifft, braucht sich keine Hoffnungen auf eine gute Positionierung zu machen.

Um erstklassige Ergebnisse zu erhalten, muss die Analyse der Suchintention trotz zahlreicher Tools zwingend händisch durchgeführt werden. Denn hier geht es – wie im gesamten Prozess der Contenterstellung – sehr viel um Empathie. Tools haben keine Empathie.

Der beste und schnellste Weg, die Suchintention hinter einem Keyword herauszufinden, führt über die Suchergebnisse (SERPs): Wer hier ganz oben steht, scheint etwas richtig gemacht zu haben.

Denn: Wer es auf die vordersten Plätze schafft, bestimmen einzig und allein die Nutzer, nicht Google! Das ist ein sehr wichtiger Punkt, den Du Dir unbedingt merken solltest. Es wird nur das angezeigt, was den Nutzern gefällt, nicht das, was dem Algorithmus gefällt.

Die Schwierigkeit bei der Analyse der Suchintention liegt darin, dass sie sehr oft in 2-3 verschiedene Intentionen unterteilt ist. Deshalb musst Du sehr genau hinschauen, um alle Intentionen zu entdecken und später im Text abdecken zu können.

Um Dir ein Beispiel zu geben, habe ich die verschiedenen Intentionen hinter dem Keyword “Schlafmittel” grob markiert:

suchintention suchergebnisse serps

Den Testbericht in der Mitte habe ich gelb markiert, da er zwar hauptsächlich die Intention „Produkt“ abdeckt, aber natürlich auch informierenden Charakter hat. Ich habe auch die nicht organische Werbung ganz oben markiert, da sie uns trotzdem einen Hinweis gibt, dass es sich hier offenbar lohnt, Produktwerbung zu schalten.

Die Suchintention(en), die Du herausgefunden hast, solltest Du unbedingt in Deinen Text mit einfließen lassen. Dabei geht es nicht nur darum, die übergeordneten Intentionen (Informationen / Produktkauf) herauszufinden, sondern dann auch ins Detail zu gehen und Dich zu fragen:

  • Welche Informationen möchten die Nutzer haben?
  • In welcher Form sollte der Inhalt aufbereitet sein?
  • Gibt es Besonderheiten (Grafiken, Berichte, Bilder etc.)?
  • usw…

Schritt 4: Analyse der Konkurrenz (Top 10)

Nachdem Du die Suchintention analysiert hast und weißt, was die Nutzer zu diesem Thema lesen möchten, geht es jetzt an die detaillierte Analyse der Inhalte der Konkurrenz. Um wirklich erfolgreich zu sein, solltest Du wirklich alle 10 Ergebnisse händisch überprüfen. Mache Dir dabei am besten gleich Notizen.

Auf folgende Punkte solltest Du besonders achten:

  • Welche Themen werden behandelt?
  • Welche Themen werden ausführlich, welche nur knapp aufgegriffen?
  • Wie sind die Texte geschrieben (Zielgruppenbezug, Umgangssprache, Fachsprache etc.)?
  • Sonstige Auffälligkeiten?

Bevor ich anfange zu Schreiben, lese ich mir alle (!) Top-10 Seiten komplett durch. Nur so bekomme ich einen wirklich guten Eindruck davon, was die Konkurrenz abliefert. Gleichzeitig fallen mir auch direkt Sachen auf, die ich vielleicht besser machen kann.

Hinweis


Du solltest unbedingt darauf achten, Dich inhaltlich ausreichend von Deiner Konkurrenz zu distanzieren. Ein sehr guter SEO-Text ist ein Mix aus dem Inhalt, den die Nutzer erwarten und absolut einzigartigem Inhalt, den keiner Deiner Konkurrenten bietet.

Neben der manuellen Prüfung der Konkurrenz-Seiten, kannst Du bei der Konkurrenzanalyse zu einem gewissen Grad auf Tools zurückgreifen. Beispielsweise kannst Du mit der “Content-Lücke” von Ahrefs prüfen, für welche Keywords Deine Konkurrenz bereits rankt, Du aber noch nicht. Die Benutzung eines solchen Tools ist kein Muss und zudem nur dann wirklich effektiv, wenn Dein Text bereits rankt.

Schritt 5: Content-Struktur – Ohne Plan kein guter SEO-Text!

In diesem Schritt geht es darum, den Text zu strukturieren und zu planen. Wenn Du einfach drauf los schreibst, kommt meistens nichts Gutes dabei raus. Während der Recherche und der Konkurrenzanalyse sollten sich einige Unterthemen herauskristallisiert haben, die Du im Text behandeln kannst.

Die Strukturierung besteht dabei primär aus den Zwischenüberschriften, die Du im Text unterbringen möchtest. Diese ordne ich auch gleich in der korrekten Hierarchie (H2, H3…) an, um den besten Überblick zu bekommen.

Darüber hinaus lohnt es sich, Notizen zu den einzelnen Zwischenüberschriften anzulegen. Zum Beispiel welche Keywords Du hier (sinnvoll) unterbringen möchtest oder eine Quelle, die Du zitieren möchtest.

Schritt 6: Tipps zum Schreiben von SEO-Content

Wenn die Struktur steht, wird es Zeit, den Text zu schreiben. Nach meiner Erfahrung funktioniert es gut, den Text zunächst einfach runterzuschreiben, ohne jeden Rechtschreibfehler gleich zu korrigieren. Denn wenn Du nach jedem Satz kontrollierst, ob auch alles richtig ist, geht ganz leicht der Gedanken- und Schreibfluss verloren. Das Ergebnis: Du steckst in einer kreativen Sackgasse.

Krumme Sätze und eventuelle Fehler bügelst Du am besten erst dann aus, wenn der ganze Text steht. Außerdem sollte zwischen dem Schreiben und dem Gegenlesen mindestens eine Nacht vergehen! Nur so erhältst Du genügend Abstand, um das Geschriebene objektiver zu bewerten.

Übrigens: (Mehrmaliges) Korrekturlesen bzw. Gegenlesen ist absolute Pflicht! Wir wollen einen hoch qualitativen Text abliefern, keinen Standard-Webtext.

Schritt 7: Die richtigen Begriffe verwenden – ”Keywordbewusstes Schreiben”

Wie weiter oben bereits angesprochen, gibt es einen Unterschied zwischen “Keyword-bewusstem Schreiben” und dem nachträglichen Einfügen von künstlichen Keywords.

Google ist kein magischer Zauber-Kasten. Wir müssen der Maschine schon etwas geben, womit sie arbeiten kann. Keywords sind und bleiben ein wichtiger Teil von SEO. Sonst könnten wir uns auch den ganzen Aufwand mit der Keyword-Recherche sparen.

Der Unterschied liegt nur in der Methode, mit der ich Keywords in meinen Text einfüge. Das Wichtigste dabei ist, auf einen natürlichen Lesefluss zu achten. Wenn ich über Sätze stolpere, die krumm und schief formuliert wurden, nur um das Keyword unterzubringen, läuft etwas falsch.

Ein Beispiel:

Während meiner Keyword-Recherche habe ich gesehen, dass das Keyword “SEO Texte schreiben Anleitung” gesucht wird. Jetzt hätte ich meine Anleitung natürlich auch “Leitfaden” nennen können. Doch warum sollte ich das jetzt noch tun?

Wenn ich weiß, dass die Nutzer wortwörtlich nach einer “Anleitung” suchen, benutze ich das Wort auch in meinem Text und verschaffe mir dadurch eine weitere Chance zu ranken.

Was sagt Google?


“Include the right words on the page. Think about what the user is going to type, and include those words.”

Quelle: "What are the top 3-5 SEO areas where webmasters make the most mistakes?", Google Webmasters, Matt Cutts (abgerufen am 15.07.2019)

Es geht also vielmehr darum, die richtigen Wörter im Text unterzubringen. Nicht darum, auf Teufel komm raus, das eine Hauptkeyword so oft wie möglich einzubauen…

Schritt 8: Der Feinschliff für einen verbesserten Lesefluss

Wie bereits angesprochen, solltest Du Deinen Gedanken zunächst freien Lauf lassen und den Text einfach runterschreiben. Wenn Du Dir den Text dann mit etwas Abstand nochmal vornimmst, kannst Du Unklarheiten, unsaubere Formulierungen und Rechtschreibfehler ausbessern.

Manchmal kannst Du auch ganze Sätze streichen, die rückblickend keinerlei Mehrwert bieten und nur als Lückenfüller agieren. Wenn Du den Text von diesen Mängeln befreist, kann der Nutzer die Informationen besser aufnehmen und den Text schneller lesen.

Meiner Erfahrung nach solltest Du diesen “Feinschliff” auf gar keinen Fall auslassen. Denn er verwandelt gute Inhalte in sehr gute Inhalte. Ich ändere die Struktur und schreibe teilweise auch ganze Absätze neu, weil ich nicht zufrieden bin.

Ich weiß, das sind die berühmten zusätzlichen 80% des Pareto-Prinzips, die sehr viel Zeit kosten. Aber wir sind ja angetreten, um erstklassige SEO-Text zu schreiben, oder?

Schritt 9: Überschrift & Google Snippet wählen

Das Google-Snippet (Titel und Meta-Beschreibung) wird meines Erachtens unterschätzt. Denn es beeinflusst nicht nur die Klickrate (Click-Through-Rate (CTR)), sondern kann auch für ein besseres Ranking sorgen. Doch warum erwähne ich das Snippet an dieser Stelle?

Ganz einfach: Wenn Du den Text gerade beendet hast, bist Du sehr tief im Thema drin und kannst aus dem vollen Schöpfen. Das gilt vor allem für Themen, in denen Du selbst kein absoluter Experte bist.

Wenn Du Titel und Meta-Beschreibung später erst kurz vor der Veröffentlichung formulierst, werden beide Elemente durch den zu großen Abstand zwischen Schreiben und Veröffentlichen meist recht “distanziert” klingen. Für das beste Ergebnis empfehle ich Dir also, das Snippet gleich nach Fertigstellung des Textes zu erstellen.

Tipps & Techniken zur Content-Erstellung

Neben den Grundsätzen der Content-Erstellung gibt es noch einige weitere Punkte, die für einen gelungenen SEO-Text eine wichtige Rolle spielen. Es sind unscheinbare Punkte, die nur sehr selten erwähnt werden, aber den Erfolg Deines Contents beeinflussen können.

Wie lang sollte Dein SEO-Text sein?

Dass ein ausgezeichneter SEO-Text sehr lang sein muss, ist leider ein weit verbreiteter Irrtum. Es geht nicht um die Länge bzw. die Wortanzahl, sondern darum, ein Thema in all seinen Facetten und seiner ganzen Komplexität zu beschreiben bzw. die dazu gestellten Nutzerfragen zu beantworten.

Auch dieser Text ist sehr lang geworden. Allerdings war das nicht meine Absicht. Mein Ziel war es, das Thema mit all seinen Unterthemen zu beleuchten und auf die Probleme der Nutzer einzugehen. Ob und wie viele Unterthemen man in einen Text einbaut, entscheidet sich während der Recherche.

SEO-freundliche Ankertexte in den Inhalt integrieren

Jeder SEO-Content sollte sowohl interne als auch externe Links beinhalten. Denn durch Links können die Besucher auf ähnliche bzw. weiterführende Themen aufmerksam gemacht werden. Auch Fremdwörter können zum Beispiel zu Wikipedia oder anderen Quellen verlinkt werden. Kurz gesagt: In der Regel verbessern Verlinkungen die gesamte User-Experience auf Deiner Seite.

Um einen Link zu setzen braucht es immer einen Ankertext. Dieser sollte möglichst natürlich ausgewählt werden. Doch was heißt “natürlich” in diesem Kontext?

Hier lohnt es sich einen Blick in die Richtlinien von Google zu werfen:

Was sagt Google?


“Der Ankertext für einen Link sollte mindestens eine grundlegende Vorstellung vom Inhalt der verlinken Seite vermitteln.”

Quelle: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (abgerufen am 15.07.2019)

Der Nutzer sollte also bereits ungefähr wissen, was sich hinter einem Link verbirgt, bevor er auf ihn draufklickt. Du wirst schon bemerkt haben, dass ich in diesem Text darauf geachtet habe, einen beschreibenden Ankertext zu verwenden und nicht auf Begriffe wie „hier“ zu verwenden.

Warum Dir WDF*IDF nicht weiterhilft

Mit WDF*IDF gibt es neben der Keyworddichte eine weitere Formel, die sich zwar unheimlich spannend und komplex anhört, im Grunde aber genauso unsinnig ist, wie die Keyworddichte. Denn sobald ich anfange, meinen Text anzupassen, weil die Konkurrenz das Keyword XY noch 0,93% häufiger im Text untergebracht hat, läuft irgendetwas schief.

Ja, im Internet finden sich einige Berichte, die behaupten, dass Texte, die mit WDF*IDF optimiert wurden, noch besser ranken. Doch auch hier sollte man sich fragen, ob man die Zeit nicht lieber in die Optimierung der User-Experience investieren sollte.

Ich habe WDF*IDF in meinem SEO-Leben jedenfalls noch nie angewendet und werde es auch in Zukunft weder für meine Kunden, noch für meine eigenen Texte tun.

Korrekte HTML-Formatierungen verwenden

Das verwenden von korrektem HTML sollte eigentlich kein Problem sein. Doch trotz Content-Management-System und einheitlichen Formatierungen, sehe ich immer wieder, dass die HTML-Zwischenüberschriften falsch angeordnet werden.

Für den Nutzer spielt es zwar grundsätzlich keine Rolle, ob eine Zwischenüberschrift nun als H2 oder H3 markiert ist. Aber für Goolge ist die HTML-Struktur enorm wichtig.

Deshalb solltest Du bei der Strukturierung Deiner Texte ein paar grundsätzliche Regeln beachten:

  1. Verwende immer nur eine H1-Überschrift
  2. Die Zwischenüberschriften sollten logisch aufgebaut sein
  3. Verwende wenn möglich nur die Überschriften von H1 bis H4 (H5 und H6 machen den Text in der Regel unübersichtlich)

Eine beispielhafte Überschriftenstruktur siehst Du hier:

seo text struktur html strukturierung beispiel

Die verschiedenen Überschriften werden von Google auch unterschiedlich „bewertet“. Was in einer H2-Überschrift steht, fällt somit mehr ins Gewicht, als das, was in einer H4-Überschrift steht.

Wie viele H3-Überschriften Du untereinander schreibst bzw. wie verschachtelt Du die Struktur gestaltest, ist grundsätzlich nicht von Bedeutung. Wichtig ist nur, dass Du eine Ordnung beibehältst.

Content-Design: User Experience verbessern durch Bilder & Co.

Die User-Experience wird in Zukunft eine immer größere Rolle in der Suchmaschinenoptimierung einnehmen. Denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Google auch die Absprungrate und die Verweildauer in die Rankings mit einbezieht. Auch wenn das momentan umstritten ist.

Durch Bilder, Videos, Grafiken und zusätzliche Informationen kannst Du Deinem SEO-Content noch mehr Leben einhauchen und ihn interessanter für Deine Besucher gestalten.

Sind die Nutzer zufrieden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie Deine Seite in Zukunft bevorzugen werden, wenn sie sich zwischen zwei Ergebnissen in den SERPs entscheiden müssen.

Da die Nutzer laut Studien zuerst auf die Bilder gucken, ist es naheliegend, dass auch die unter dem Bild platzierte Bildunterschrift gesehen und gelesen wird. Nutze diese Gelegenheit und gestalte Deine Bildunterschriften spannend. Wenn der Nutzer die Bildunterschrift gut findet, erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass er sich auch den Rest Deines Textes durchliest.

Gibt es Richtlinien für SEO-Texte? – Do’s & Dont’s

Auch wenn es keine festgeschriebenen Regeln für die Gestaltung von SEO-Content gibt, solltest Du Dich dennoch an ein paar Do’s und Dont’s halten, die sowohl die User-Experience verbessern als auch für Google wichtig sind.

Texte verstecken / aufklappen

Grundsätzlich ist es kein Problem, auf Deiner Seite Texte ein- bzw. auszuklappen. Wichtig ist hier, dass nicht der Eindruck entsteht, dass der Content vor dem Nutzer “versteckt” werden soll. Solange es sich nicht um den Hauptinhalt handelt (z.B. Quellen, FAQ) kannst Du den Text ausklappbar gestalten, ohne befürchten zu müssen, dass Google Dich abstraft.

Um die User-Experience auf dem Smartphone zu verbessern, kannst Du allerdings auch einzelne Abschnitte einklappen (siehe Wikipedia auf dem Handy):

Durch die Möglichkeit, die einzelnen Teilbereiche auszuklappen, hat Wikipedia die User-Experience auf dem Handy stark verbessert.

Bevor Du solch eine Maßnahme ergreifst, denke immer darüber nach, ob es aus Sicht des Nutzers Sinn ergibt und sein Erlebnis auf der Seite positiv beeinflusst. Außerdem musst Du darauf achten, dass klar ersichtlich ist, dass man Inhalte aufklappen kann! Der Text darf für den Nutzer nicht absichtlich unzugänglich gemacht werden.

Mehr Informationen zum Thema „Hidden Content“ erhältst Du in diesem Video von Google.

”Same color background” (Text und Hintergrund haben dieselbe Farbe)

Dies ist eine beliebte Spammethode, die aber immer weniger angewendet wird. Das liegt einfach daran, dass Google es sehr ungern sieht und ggf. auch entsprechende Maßnahmen ergreift.

Neben diesem offensichtlichen Hinweis, dass der Text nicht dieselbe Farbe wie der Hintergrund haben darf, solltest Du zudem auf einen ausreichenden Kontrast achten, sodass der Text für den Nutzer einfach zu lesen ist.

Schriftart und Schriftgröße

Auch was die Schriftart- und -größe angeht, solltest Du stets darauf achten, dass der Content für Jedermann gut lesbar sein sollte. Ich empfehle eine Schriftgröße von mindestens 16px.

Vermeide unbedingt geschwungene Schriften mit Serifen. Das geht zwar für eine Überschrift, dann ist aber auch schon Schluss. Denn nach 3 Sätzen hat im Internet niemand mehr die Muße und Geduld einen Text zu lesen, bei dem jedes Wort erst entziffert werden muss. “Keep it simple” lautet das Zauberwort. Angenehme Schriftarten sind zum Beispiel:

  • Arial
  • Helvetica (Neue)
  • Roboto

SEO-Texte schreiben lernen – Zusammenfassung

Um sehr gute SEO-Texte zu schreiben reicht es meistens nicht, nur zu wissen wie. Darüber hinaus benötigt man auch Erfahrung und eine Menge Übung. Doch wenn Du Dich in Zukunft an die 9 Schritt aus der Anleitung hältst, wirst Du merken, wie Deine Texte mit der Zeit immer besser werden.