White Hat SEO: Definition & Warum es nicht die Lösung ist...

white hat seo
Veröffentlicht: 12.09.2019
Autor: Nicolas

Ist White Hat SEO wirklich der einzige Weg zu langfristigem Erfolg? Das behauptet zumindest Google… Was ist Realität, was ist Wunschdenken? In diesem Beitrag kläre ich, welche Vorteile und welche Nachteile die White Hat Methoden haben und wie man das beste aus beiden Richtungen herausholt, um sehr gute Platzierungen in den Suchergebnissen zu erreichen.

Die Definition von White Hat SEO

Unter White Hat SEO versteht man die nachhaltige Suchmaschinenoptimierung (SEO) unter Berücksichtigung aller Google-Richtlinien und ethischen Grundsätze.

Im Vordergrund dieser SEO-Strategie steht die Erstellung von hochwertigen Inhalten und die Zufriedenstellung der Nutzer, denen möglichst genau das dargeboten werden soll, wonach sie gesucht haben.

Welche Techniken werden bei der White Hat SEO angewendet?

Grundsätzlich geht man bei der White Hat SEO davon aus, dass sich hochwertige Inhalte (langfristig) durchsetzen werden. Auch Backlinks sollen in der Theorie natürlich – also ausschließlich durch umwerfenden Content – aufgebaut werden.

Streng genommen, fällt bei einer 100%-igen Umsetzung von White Hat Methoden der klassische Bereich der “Off-Page Optimierung” weg (also die gezielte Gewinnung von Backlinks).

In diesem Video gibt Matt Cutts hilfreiche Tipps, wie Du die Inhalte Deiner Website bewerben kannst, ohne das Wort „Linkbuilding“ in den Mund zu nehmen:

Darüber hinaus kannst Du die Backlink-Gewinnung zwar auch durch die Präsenz in diversen Social Media ankurbeln. Dies ist allerdings relativ umständlich und sehr viel kosten- und zeitintensiver als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Vorteile von White Hat SEO

Der größte Vorteil von White Hat SEO liegt darin, dass Du Dir als Webmaster keine Sorgen machen musst, dass Deine Website irgendwann von Google abgestraft wird und ins Nirvana (aus dem Index) katapultiert wird.

Auf lange Sicht, bringt White Hat SEO deshalb immer die besten Ergebnisse. Wenn man sich an die Richtlinien hält und sich Google zum Freund macht, stehen die Chancen gut, erfolgreich zu sein. Auch wenn sich dieser Erfolg meist erst nach langer Zeit einstellt.

Denn wer sich an die Richtlinien hält, hat auch nichts zu verlieren, richtig? Nicht ganz. Und damit wären wir auch schon bei den Nachteilen…

Nachteile von White Hat SEO

Gegen den Black Hat SEO wird der White Hat SEO in 80% der Fälle auf kurze Sicht verlieren. Das ist (leider) Fakt. Es ist wichtig zu wissen, dass Google oft nicht in der Lage ist, Black Hat Webseiten zuverlässig und vor allem schnell zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Dadurch kann es passieren, dass ein Webmaster, der für seine Website eigentlich auf White Hat SEO setzen wollte, sich zumindest in die Graubereiche (Grey Hat SEO) vortasten muss, um mit der Konkurrenz überhaupt mithalten zu können. Auch das entspricht leider der Realität.

Da Backlinks für Google immer noch ein wichtiges Signal für die Bewertung einer Seite sind, werden sie auch weiterhin die erste Anlaufstelle für eifrige Black Hat SEOs sein, um die Rankings einer Website zu verbessern.

Natürlich muss erwähnt werden, dass Google sehr viel dafür tut, um den aktuellen Zustand zu verbessern. Dazu gehört auch der vermehrte Einsatz von RankBrain und künstlicher Intelligenz, auch wenn sich die Technologie dazu noch in den Kinderschuhen befindet.

In letzter Zeit wird der Google Algorithmus meiner Meinung nach immer ein wenig intelligenter dargestellt, als er es in Wirklichkeit ist.

Denn wenn man sich die Suchergebnisse anschaut, gewinnt man nicht selten den Eindruck, dass die Algorithmus hinter der Suchmaschine immer noch genau das tut, was ein Algorithmus eben tut: Er folgt den ihm auferlegten Regeln. Und zu diesen Regeln gehört eben auch die Berücksichtigung von Backlinks zur Ermittlung der Relevanz einer Website.

Keine Frage: Der Googlebot ist heute sehr viel intelligenter als noch vor 10 Jahren. Jedoch solltest Du Dich auch heute auf keinen Fall darauf verlassen, mit 100% White Hat SEO an die Spitze zu kommen. Fast immer ist der Schritt in die Grauzone notwendig (und berechtigt?).

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Die Kosten: Ist White Hat SEO wirklich teurer als Black Hat SEO?

Ein weiterer Nachteil sind die Kosten: Ein Projekt ausschließlich (oder größtenteils) mit White Hat Methoden nach vorne zu bringen, ist insbesondere zu Beginn teurer als die Anwendung von Black Hat Methoden.

Leider verfallen viele Webmaster / Entscheider dieser Illusion und erfreuen sich an kurzfristigen Ergebnissen… Doch wer seine Website langfristig ganz oben in den Suchergebnissen platzieren möchte, sollte von unseriösen Methoden definitiv Abstand nehmen. Denn wenn Google eine Seite erst einmal abgestraft hat, wird es richtig schwer (und richtig teuer).

Wer auf Black Hat setzt, zahlt langfristig immer doppelt. Aus diesem Grund ist White Hat SEO wirtschaftlich immer die günstigere Variante.

Von diesen Methoden solltest Du im White Hat-Bereich die Finger lassen

Wenn Du für Deine Seite White Hat SEO betreiben möchtest, solltest Du von ein paar Methoden und Techniken Abstand nehmen, um nicht in die dunkle Seite der SEO-Macht abzurutschen. Dazu zählen zum Beispiel:

Text-Spinning:
Beim Spinning geht es darum, Texte der Konkurrenz durch eine Software zu jagen, die Wörter und Sätze durch Synonyme ersetzt bzw. durcheinander würfelt, um so einen scheinbar “einzigartigen” Text zu erhalten. Diese Technik produziert allerdings nur Duplicate Content, der auf den ersten Blick nicht wie Duplicate Content aussieht. Logischerweise haben gespinnte SEO-Texte keine Chance gegen hochwertige Einzelstücke.

Backlinks kaufen:
Einige Online-Portale, Zeitungen und Blogs verkaufen Backlinks für jedermann. Hierbei solltest Du allerdings sehr vorsichtig sein. Denn auf der einen Seite kann es dadurch zu sehr unglaubwürdigen Verlinkungen kommen, die auch Google misstrauisch betrachten wird (Beispiel: Ein renommiertes Online-Magazin verlinkt auf einen brandneuen Blog, der seit einer Woche online ist und nur 2 Artikel à 300 Wörter beinhaltet). Andererseits ist der Backlinkkauf auch eine hervorragende Möglichkeit Geld zu verbrennen. Viele Links sind ihr Geld einfach nicht wert.

Spam:
Jegliche Spam-Methoden, die offensichtlich gegen die Google-Richtlinien verstoßen und/oder anderen Webseiten / Menschen Schaden zufügen können

Ein Beispiel für eine Website, die zu 100% White Hat SEO betreibt

Ein Paradebeispiel für eine Website, die ausschließlich auf White Hat Methoden setzt, ist Wikipedia. Die Enzyklopädie steht für hochwertige und fundierte Inhalte und generiert dadurch Unmengen an natürlichen Links.

Aus genannten Gründen steht Wikipedia für sehr viele Suchbegriffe an erster Stelle. Insbesondere dann, wenn es sich um informationsgetriebene Suchanfragen (“informational queries”) handelt.

Allerdings muss ich zugeben, dass White Hat SEO in dieser extremen Form von “normalen” Websites, die einem wirtschaftlichen Interesse folgen, schlichtweg nicht umgesetzt werden kann. In der Praxis ist dies unabhängigen Projekten vorenthalten, die nichts verkaufen (z.B. private Blogs, behördliche Seiten oder NGOs).

Denn während die meisten Webmaster überhaupt kein Problem damit haben, auf eine Wikipedia-Seite zu verlinken, tun sich viele Webmaster schwer, auf Seiten mit einem wirtschaftlichen Interesse zu verlinken (auch wenn der Content umwerfend ist…). Das gilt beispielsweise für Dienstleister und insbesondere für Online-Shops.

Mit White Hat SEO zum SEO-Erfolg? – Mein Fazit

Um langfristigen Erfolg sicherstellen zu können, sollte der Fokus ganz klar auf den White Hat Methoden liegen. Allerdings ist ganz ohne Black bzw. Grey Hat SEO in vielen Nischen tatsächlich wenig bis gar nichts zu holen. Wie so oft im Leben gibt es nicht das eine Richtig und auch nicht das eine Falsch. Um wirklich erfolgreich zu werden ist der Schritt in die Grauzone (Grey Hat SEO) in sehr viele Fällen eine Notwendigkeit.